Rekordzahl an Wiederholern in Klasse 1: CDU fordert konsequentes Umsteuern in der Bildungspolitik
Fischbach: Bildung beginnt nicht mit dem ersten Schultag, sondern in den ersten Lebensjahren
Die CDU-Ratsfraktion Gelsenkirchen zeigt sich angesichts der aktuellen Zahlen zu Wiederholern in der Schuleingangsphase tief besorgt. Besonders die Situation an der größten Grundschule der Stadt, der Grundschule Georgstraße im Bezirk Mitte, an der voraussichtlich 40 Kinder die erste Klasse erneut durchlaufen, verdeutlicht nach Auffassung der Christdemokraten den akuten Handlungsbedarf in der frühkindlichen Bildung.
Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Hobie Fischbach, erklärt dazu: „Dass an einer einzelnen Schule 40 Kinder in der ersten Klasse verbleiben, ist ein deutliches Warnsignal. Auch wenn die Schuleingangsphase formal flexibel gestaltet ist und ein drittes Jahr nicht als Sitzenbleiben gilt, dürfen wir uns nicht an solche Zahlen gewöhnen. Sie zeigen, wie groß die Defizite bereits beim Schuleintritt sind.“
Fischbach verweist darauf, dass insbesondere im Bezirk Mitte mit seiner hohen Zuwanderungsdichte viele Kinder ohne ausreichende Deutschkenntnisse eingeschult werden. Für die Lehrkräfte bedeute dies eine enorme zusätzliche Belastung, da sie neben dem regulären Unterricht grundlegende sprachliche Kompetenzen vermitteln müssten. „Grundschulen können und sollen viel leisten. Aber sie können nicht dauerhaft Versäumnisse aus den ersten Lebensjahren kompensieren. Wer Chancengerechtigkeit ernst meint, muss deutlich früher ansetzen“, so Fischbach weiter.
Die CDU sieht sich durch die aktuellen Entwicklungen in ihrer langjährigen Forderung nach einer konsequenten Stärkung der frühkindlichen Bildung bestätigt. Insbesondere im Bereich des Spracherwerbs müsse intensiver und verbindlicher gearbeitet werden. Eine qualitativ hochwertige und möglichst früh einsetzende Sprachförderung in den Kitas sei aus Sicht der Christdemokraten der entscheidende Schlüssel.
Fischbach begrüßt in diesem Zusammenhang ausdrücklich die landespolitischen Initiativen zur Einführung sogenannter ABC-Klassen zur gezielten Sprachförderung vor der Einschulung. Diese seien ein richtiger und notwendiger Schritt, gerade für Kommunen wie Gelsenkirchen mit besonderen sozialen und integrationspolitischen Herausforderungen. „Die ABC-Klassen können dazu beitragen, sprachliche Defizite frühzeitig zu erkennen und gezielt zu beheben, bevor Kinder in die Grundschule starten. Das ist keine Stigmatisierung, sondern eine Investition in Bildungsgerechtigkeit. Gerade Städte wie Gelsenkirchen brauchen solche Instrumente, um Kindern von Anfang an bessere Startchancen zu ermöglichen.“
Zugleich fordert die CDU-Ratsfraktion eine engere Verzahnung zwischen Jugendhilfe, Kitas und Grundschulen sowie eine verlässliche Datengrundlage zur Sprachstandserhebung bereits im Vorschulalter. Nur so könne verhindert werden, dass sich die Zahl der Kinder, die in der Schuleingangsphase ein zusätzliches Jahr benötigen, weiter erhöht. „Wir dürfen nicht warten, bis sich Probleme im ersten Schuljahr manifestieren. Bildung beginnt nicht mit dem ersten Schultag, sondern in den ersten Lebensjahren. Hier müssen wir als Kommune gemeinsam mit dem Land noch entschlossener handeln“, betont Hobie Fischbach abschließend.